Heimathof Simonshof

An Stelle des heutigen Simonshofes befand sich einst ein Wasserschloss und ein Landgut gleichen Namens.

Das "Schloss Simonides" war ein Wasserschloss im Besitz der Herren von Bastheim, welche sich seit dem Jahre 1185 nachweisen lassen. Es wurde 1354 bei kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Otto V von Bastheim, Gabriel Truchseß von Bastheim und Siegfried von Stein einerseits und Fürstbischof Albrecht von Hohenlohe andererseits so stark beschädigt, dass es nicht mehr in seinen vorherigen Zustand versetzt werden konnte. Im Laufe des 14. und 15. Jahrhunderts erwarb das nahe gelegene Kloster Wechterswinkel den Grundbesitz und errichtete auf den Resten des alten Schlosses einen „Hof Simonides". Bei Ausschachtungsarbeiten zu den Fundamenten des Hauses St. Vinzenz wurden 1960 Reste des "Castrum Simonides" gefunden. Die alten Fundamente befinden sich in 2,5 bis 8 Metern Tiefe unter der jetzigen Erdoberfläche. Die Fundamentmauerstärken betrugen zwischen 1,60 Meter bis zu 3 Meter.

Im Jahre 1887 wurde der Simonshof von dem 1884 als "interkonfessionellen Wohlfahrtsverein auf christlicher Grundlage" gebildeten "Verein für Arbeiterkolonien in Bayern" erworben. Der Simonshof bestand zu dieser Zeit aus vier aneinander gebauten kleinen Bauernhöfen und der Mühle am Elsbach. Das gesamte Gut gehörte 44 Besitzern mit 576 Parzellen und umfasste 627 Tagwerk (214 ha). Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde der "Verein der bayerischen Arbeiterkolonien" im Jahre 1936 aufgelöst und das Vereinsvermögen und damit auch der Simonshof in den "Bay. Landesverband für Wanderdienst" überführt. Nach dessen Liquidation im Jahre 1945 wurde zunächst das Land Bayern Eigentümer des Simonshofes, welches es am 22. September 1951 auf den Caritasverband für die Diözese Würzburg e.V. mit der Auflage übertrug, "ihn allzeit als Heimat- und Fürsorgehof zu erhalten".

Bereits 1947 nahm der Simonshof seine Arbeit wieder auf und bot Kriegsheimkehrern, besonders Jugendlichen, einen Lebensraum und Ausbildungsmöglichkeiten in verschiedenen Handwerksberufen.

1959 wurde das Angebot neu ausgerichtet und zielt seither auf die Eingliederung von Menschen, die wegen ihrer besonderen sozialen Schwierigkeiten für die üblichen sozialen Hilfen nicht mehr erreichbar sind. Damit finden vor allem alleinstehende wohnungslose Menschen Wohnung und Beschäftigung sowie einen Lebensraum, in dem sie neue Perspektiven entwickeln können.

Das Pflegeheim Camillus Haus wurde in den Jahren 1970-1971 errichtet und als erstes Altenheim für wohnsitzlose Menschen in Bayern anerkannt. 1995 wurde ein Erweiterungsbau in Betrieb genommen, dem 1996 die Gesamtsanierung des bisherigen Altenwohnheimes folgte. Das Camillus Haus wurde damit offiziell als Pflegeheim anerkannt und verfügte ab diesem Zeitpunkt über insgesamt 87 Pflegeplätze. Ein zunehmender Bedarf an Pflegeplätzen führte dazu, dass ab dem Jahr 2005 das Josefs-Haus, welches vorher als Werkstatt- und Wohngebäude diente, umgebaut und dem Camillus Haus zugeordnet wurde. Das Camillus Haus verfügt jetzt über 115 Pflegeplätze in Einzel- und Doppelzimmern; davon stehen 22 Plätze für den beschützenden Bereich zur Verfügung.

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